Die Festtage am Jahresende markieren den grossen Auftritt der Genfer Kardone. Ein Ruhm, der sich allerdings fast ausschliesslich auf die Region beschränkt. Denn obwohl das Gemüse historisch wie gastronomisch eine Besonderheit ist, bleibt es eine lokale Grösse. Gibt es ein typisch schweizerisches Weihnachtsgericht? Eine einfache Antwort darauf gibt es kaum – zu vielfältig sind die Traditionen, und der globalisierte Truthahn hat sich längst auch in der Schweiz durchgesetzt. In Genf dagegen ist die Sache klar: Hier gehört die Kardone untrennbar zur Festtagszeit. Die Kardone ist ein distelartiges Gemüse, verwandt mit der Artischocke, bei dem die fleischigen, gebleichten Blattstiele gegessen werden; sie schmecken ähnlich wie Artischocken, man kennt es auch unter dem Namen Cardy oder Kardy. Mitgebracht von protestantischen Flüchtlingen Die Kardone stammt aus dem Mittelmeerraum und war bereits den Griechen und Römern bekannt. Damals galt sie sogar als Delikatesse. Auch aus den …