«L’Amica di casa»: das erste Handbuch der Hauswirtschaft in der Schweiz

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21. Januar 2026

«L’Amica di casa»: das erste Handbuch der Hauswirtschaft in der Schweiz

Ein 1855 im Tessin veröffentlichtes Schulhandbuch nur für Mädchen zeigt, wie die Hauswirtschaft die Geschlechterrollen stärkte und gleichzeitig neue Räume für weibliche Autonomie eröffnete. Im 19. Jahrhundert begann in ganz Europa die Entwicklung eines öffentlichen, kostenlosen und obligatorischen Schulsystems. In der männlich geprägten Debatte über die Frauenbildung standen die Fragen der Koedukation und die Frage, ob gemischte oder geschlechtergetrennte Klassen vorzuziehen seien, im Mittelpunkt. Dies war eine sowohl moralische – man fürchtete die Auswirkungen eines promiskuitiven Umfelds – als auch eine «biologische» Frage: Man fragte sich, ob die intellektuellen Fähigkeiten, von denen man annahm, dass sie bei Männern und Frauen unterschiedlich seien, nicht eine getrennte und differenzierte Ausbildung erforderten. Die zweite Ansicht setzte sich durch. Für die Mädchen wurden sofort spezielle Fächer wie Frauenarbeit und Hauswirtschaft eingeführt. Diese Lehren, die auch einen …

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