Weil sie keine Bleibe finden, laufen den Zürcher Firmen die Bewerber davon. Die Wohnungsnot steht auf dem Sorgenbarometer der Unternehmen auf Platz 1 – in Metropolen ein global zunehmendes Phänomen. Licht und Schatten liegen in Zürich nah beieinander. Während die grösste Stadt der Schweiz in internationalen Rankings oft als eine der lebenswertesten auf dem Planeten bewertet wird, wandelt sie sich immer mehr zu einem Privatclub, dessen Mitgliedschaft sich viele nicht mehr leisten können. Die hohen Mietkosten und tiefen Leerstände sind berüchtigt. Laut der städtischen Bevölkerungsumfrage aus dem letzten Jahr ist Wohnen die grösste Sorge der Zürcherinnen und Zürcher. Nun schlagen auch die Arbeitgeber Alarm. In der jüngsten Firmenbefragung fiel die Einschätzung der Attraktivität Zürichs so negativ aus wie noch nie. Ein wesentlicher Treiber dabei: die Wohnungssituation. Sie bekam von den Unternehmen eine 2,4 von 6 – die schlechteste Note überhaupt seit Einführung der Befragung im Jahr 2008.