Der Wettlauf um die Vorherrschaft in der Halbleiterbranche schürt geopolitische Spannungen zwischen den Supermächten. Mit einer in der Schweiz beheimateten Open-Source-Technologie soll verhindert werden, dass einige wenige Länder und Konzerne alle Trümpfe in der Hand halten. So wie das quelloffene Betriebssystem Linux seit langem Marktführer wie Microsoft herausfordert, will die Bewegung um RISC-V (ausgesprochen «Risk Five») Monopole bei der Hardware aufbrechen. Seit sechs Jahren sitzt die RISC-V International Association weitgehend unbeachtet in Zürich. Die gemeinnützige Organisation hütet die quelloffene «Instruction Set Architecture» (ISA) von RISC-V – eine Technologie, die kleineren Unternehmen mehr Freiheit geben soll bei der Frage, welche Art von computergestützten Tools sie entwickeln können. ISAs bilden eine entscheidende Brücke zwischen Software und Hardware. Sie übersetzen komplexen Computercode in Betriebsanweisungen für Chips. Jedes computergesteuerte Gerät braucht eine …