Das Parlament macht den Weg frei für eine neue Schuldenregelung. Eine Betroffene erzählt, was das bedeutet. Die Schulden wurden Lilian Senn quasi in die Wiege gelegt. «Ich bin in einer Armutsfamilie aufgewachsen», erzählt sie. Das Geld sei immer knapp gewesen, auch bei ihren vier Geschwistern. Schon mit zwölf Jahren habe sie Gelegenheitsjobs angenommen, um neben der Schule ein bisschen Taschengeld zu verdienen. Davon sei aber kaum etwas übrig geblieben: «Die Mutter hat mir für den Unterhalt viel davon abgenommen.» Nach der Lehre folgt die Rezession Später habe sie eine Doppellehre als Floristin und Verkäuferin absolviert, erzählt Senn. Der Abschluss sei gut gewesen. Sie sei sogar die erste Floristin gewesen, die in der Migros gearbeitet habe. «Ich bin eigentlich schuld, dass es heute in der Migros anständige Blumensträusse zu kaufen gibt», lacht sie. Doch dann kommt die Rezession: Mitte der Siebzigerjahre schlittert die Schweiz in eine ernste Wirtschaftskrise und das Leben wird für …